Donnerstag, 28. Juni 2018

Hochbeetglück: Wie wir unsere Hochbeete gebaut haben

Hochbeete im Garten waren von Anfang an so ein Traum von mir.

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Die Vorteile von Hochbeeten liegen klar auf der Hand:
- Die frühere Erwärmung eines Hochbeetes läßt eine frühere Bepflanzung zu
- Man muss sich nicht so tief herunterbeugen
- Weniger Streß mit Mäusen und Schnecken
- Weniger Unkraut, weil Unkrautsamen tiefer am Boden herumfliegen
- Sie sehen schön aus

Allerdings habe ich diesen Wunsch im ersten Jahr erst einmal zurückgestellt. Ich wollte zum einen nicht im ersten Jahr so viel im Garten verändern, sondern in Ruhe schauen, wie der Garten so beschaffen ist.
Im Winter mußten wir uns dann nach einem Marderbesuch näher mit dem Dach bzw. Dachboden beschäftigen. Unser Vorgänger hatte vor, den Dachboden weiter auszubauen und hatte bereits größere Mengen an Holz hochgetragen. Da wir es ein wenig anders machen wollen, hatten wir nun eine größere Menge an Holzlatten zur freien Verfügung.
So haben wir entschieden, Hochbeete aus Holz bauen. Da wir im Frühjahr den Sichtschutzzaun im seitlichen Vorgarten abgebaut haben, kamen auch noch Holzpfosten aus eigenem Bestand dazu.
Unsere Hochbeete sind 180 cm lang, 90 cm breit und fast 50 cm hoch. wir haben vier Stück gebaut.

Dieses Material haben wir für den Bau gebraucht:
- 32 Holzlatten aus Kiefer, 270 cm lang, 10 cm breit
-16 x 50 cm lange Holzpfosten aus alten Zaunpfosten
- Schrauben
- Holzlasur
- Unkrautvlies (bei uns 4 m x 6 m, da wir die ganze Fläche mit Wegen unterlegt haben)
- Drahtgitter ( 4 x 2 x 1 m)
- Teichfolie ( 1 m breit, 28 m lang)
- Tacker
- 32 Pflastersteine (zwei pro Pfosten) zum Unterlegen unter die Pfosten
- Kies, um den Boden unter den Pflastersteinen zu begradigen und verdichten

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Der alte Nutzgarten hatte eine gebogene Form. Er war unterteilt in Beerenobst und Gemüsebeet. Die Beeren möchte ich im Herbst umsetzen. Sie sollen in einer Reihe an die Grundstücksgrenze um den alten Sichtschutzzaun vom Nachbarn zu verdecken, denn er sieht nicht mehr so schön aus.
Die Hochbeete sollten davor stehen. Also haben wir die alten Begrezungssteine entfernt alles vermessen und Rasen ausgestochen, um eine einheitliche Höhe im Bereich der Hochbeete zu erreichen.

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Ich habe eine neue Begrenzung des gesamten Bereichs mit Hilfe der Steine, die wir im Winter von den Nachbarn bekommen haben, gelegt. Um die Ausrichtung der Beete gerade hinzubekommen, haben wir jede Menge Schnur gespannt. Ist so ein Beet erst einmal gestellt und befüllt, kann man es nicht mehr verrücken. So wußten wir auch, wo die Steine liegen müssen, auf denen die Pfosten der Hochbeete stehen sollten.

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Wir haben zunächst auf den gesamten Bereich ein Unkrautvlies gelegt, denn im vergangenen Jahr hatte ich große Mengen an Unkraut und bin mit dem Jäten kaum hinterhergekommen. Auf den Bereich des jeweiligen Hochbeetes haben wir Drahtgitter gelegt. Jedes war ein wenig größer geschnitten, damit es im Inneren des Hochbeetes am Rand hochgelegt werden konnte. Sonst hätten Mäuse, die Möglichkeit, sich am unteren Rand durchzuarbeiten.

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Für die Hochbeete hat der Gatte die Holzlatten in zwei Teile gesägt, 180 cm und 90 cm. Die wurden an den Pfosten geschraubt mit jeweils 2 cm Abstand. So kamen wir auf die Höhe von knapp 50 cm. Unten hat er ein wenig höher angefangen, damit nur die Pfosten den Boden berühren. So hat das Holz der Hochbeete wenig Auflagefläche und wird hoffentlich länger halten. Da unser Holz unbehandelt war, haben wir es mit der Holzlasur gestrichen, mit der wir auch unsere Sichtschutzzäune und den Rosenbogen gestrichen haben. Ich mag es, wenn so etwas einheitlich gehalten wird.

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Nun haben wir die Teichfolie zugeschnitten und an den inneren Rand der Hochbeete getackert. Die Folie ist nur dazu da, das Holz zu schützen. Sie wird nicht auf dem Boden verlegt.

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Auf den Wegen um die Hochbeete herum haben wir Rindenmulch ausgelegt. 
Bei der Befüllung der Hochbeete muss man eigentlich nur beachten, das alles Grobe nach unten kommt. Nach oben hin wird es immer feiner. Wir haben alles an Strauchschnitt, was im Winter angefallen ist, gehäckselt und unten in die Hochbeete gefüllt, ebenso die Rasensoden, die übrig waren. Dann haben wir unsere beiden Komposter geleert. Erst den, der noch den groben Kompost enthält, dann den feineren. Um die Beete komplett zu füllen, haben wir dann Komposterde von einer Kompostieranlage geholt. Dies ist wesentlich preiswerter als Erde im Baumarkt oder Gartencenter zu holen und man hat weniger Plastikmüll. Man staunt, wie viel Erde tatsächlich in Hochbeete passt. Ich habe die Beete eine Woche ruhen lassen, damit es sacken konnte. Nach der Woche habe ich die Beete noch einmal gefüllt und sie bepflanzt.

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Man freut sich ja ohne Ende, wenn die ersten Pflänzchen zu sehen sind.

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Nach sechs Wochen sahen sie dann so aus.

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Dem Kürbis reicht das Hochbeet natürlich nicht. Er bemüht sich, den gesamten Garten zu erobern.

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Zu ernten gab es auch schon einiges. Erbsen, Buschbohnen, der erste Rettich, Salat und Rote Bete.

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Nach der langen Trockenperiode habe ich mich entschieden, im nächsten Jahr mal eine andere Bewässerungsform auszuprobieren. Caro von Hauptstadtgarten hat die Bewässerung durch Ollas ausprobiert und hier und hier vorgestellt.

Der Bau der Hochbeete war recht aufwändig, aber das Ergebnis ist sehr schön geworden und ich hoffe, dass unsere Hochbeete langlebig sind.
Vielleicht habt ihr ja auch Lust, Hochbeete zu bauen. 

Hier nochmal sechs Tipps zum Bau von Hochbeeten:
1. Überlege Dir gut, wo die Hochbeete hin sollen. Sie zu verlegen, ist nicht so einfach.
2. Lasse genug Platz um den Hochbeeten, damit Du von allen Seiten an ihnen arbeiten kannst und vielleicht auch mit der Schubkarre heranfahren kannst. 
3.  Mach die Höhe der Beete von Deinen Bedürfnissen abhängig. Hast Du Rückenprobleme, kann es sinnvoll sein, die Hochbeete noch höher zu bauen.
4. Fertige Hochbeete sind sehr teuer. Es gibt schnell zu bauende, preiswerte Lösungen, die aber nicht sehr langlebig sind. Schau Dir vorher verschiedene Materialien an und vergleiche Preise.
5. In unseren ist zwischenzeitlich die Erde weiter stark nachgesackt. Es kann sinnvoll sein, Hochbeete im Herbst zu bauen und über den Winter stehen zu lassen. Dann haben sie mehr Zeit zum Nachbacken und man kann sie im Frühjahr vor der Bepflanzung nachfüllen.
6. Denke vor der Bepflanzung auch über eine Bewässerung nach. In trockenen Phasen brauchen Hochbeete sehr viel Wasser, da sie sich mehr aufheizen.


Herzliche Grüße
Steffi

Verlinkt mit Lorettas und Wolfgangs Gartenglück.
















Kommentare:

  1. Hochbeete sind eine absolut tolle Sache. Wir haben vier Stück im Garten und das Gemüse gedeiht nirgends besser - vielleicht mal abgesehen vom Gewächshaus.
    LG, Varis

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    1. Liebe Varis,
      Ich bin auch sehr begeistert und ein Gewächshaus steht ja auch noch auf meiner Wunschliste...
      Danke für Deinen Besuch hier!
      Liebe Grüße
      Steffi

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  2. Unser erstes Hochbeet haben wir bereits vor 9 Jahren aufgestellt! Damals stand es mitten im Rasen und sah sehr schön aus. Mittlerweile hat sich in unserem Garten vieles geändert, zur Zeit haben wir 2 Hochbeete. Bei uns ist es fast zu heiß für Hochbeete, aber ich finde sie zum Bearbeiten sehr viel bequemer als normale Beete. Euer Gemüsegarten sieht sehr sehr schön aus. Der Rindenmulch um die Beete ist eine gute Idee, wie dick ist die Mulchschicht? Und welches Vlies habt ihr ausgelegt? Ich hätte auch gern unkrautfreie Wege und bin außerdem auf der Suche nach Alternativen für Rasen ...
    Liebe Grüße, Sigrid

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    1. Liebe Sigrid,
      Das Vlies heißt Unkrautvlies, das gab es im Frühjahr mal im Angebot im Discounter. Es ist wasserdurchlässig, läßt aber von unten keine Pflanzen durchwachsen. Die Mulchschicht ist erst einmal nicht so dick, etwa 2 cm. Ich denke, im Frühjahr werden wir es weiter aufschütten. Wenn man es ohne Vlies macht, sollte die Schicht wesentlich dicker sein. Bei unserer Kompostieranlage bekommt man Rindenmulch sehr preiswert- wesentlich günstiger als im Baumarkt oder so.
      Liebe Grüße
      Steffi

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  3. Ich liebe ja die Gartenplanung. Ich gestalte da praktisch jedes Jahr etwas um, nur weil ich das so gerne mache. Da werden dann wohl für nächstes Jahr (für dieses ist es schon etwas zu spät) Hochbeete drankommen. Gefällt mir echt gut, wie das aussieht und danke auch für die dienlichen Hinweise zum Bau.

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  4. Hochbeete stehen schon lange auf meiner Wunschliste. Mal schauen vielleicht wenn wir unseren Gemüsegarten verkleinern, jetzt sind es noch 3 Aren.
    Ganz schön geworden euer Garten.
    L G Pia

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  5. Liebe Steffi,
    das ist ein interessanter Bericht und die selbst gebauten Hochbeete sehen richtig klasse aus. Beim ersten Hinsehen, habe ich geglaubt, die Hochbeete wären gekauft worden, so gut sehen die aus.
    Wir hatten auch mal einen Marder auf dem Dachboden, das war schrecklich, unserer hat speziell Nachts unheimlich viel Krach gemacht. Nachdem ich dann eine alte Kirche direkt am Haus gefällt habe, war er weg.
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Lieber Wolfgang,
      Vielen Dank für die lieben Worte zu den Hochbeeten! Bei uns macht leider nicht mehr nur der Marder Krach, sondern es turnt auch zusätzlich ein Waschbär hier herum. Sie schaffen es allerdings nicht mehr in das Dach (Klopf auf Holz!). Damit sie es nicht mehr aufs Haus schaffen, müssten wir allerdings des Carport abreissen, denn der wird leider als Steighilfe genutzt. Sie sind nachts wirklich außerordentlich laut.
      Ich wünsche Dir auch eine gute Woche!
      Herzliche Grüße
      Steffi

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  6. Früher hab ich mir auch immer eines gewünscht. Aber jetzt wird das wohl nichts mehr. Unser Garten wäre inzwischen auch "zu klein" dafür. ;-) Eigenes Obst/Gemüse ist schon was Feines!

    Liebe Grüße nochmal
    Sara

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